Ein Heizsystem muss heute sowohl effektiv und sparsam als auch umweltfreundlich sein. Was ist das besondere an einer Flüssiggasheizung – kann diese den genannten Anforderungen gerecht werden? Und ist Flüssiggas als fossiler Brennstoff überhaupt umweltfreundlich? Wir klären auf über Gewinnung, Zukunftsperspektiven und Umweltbilanz des Brennstoffes.

Wird Flüssiggas für Gasheizungen umweltfreundlich gewonnen?

Flüssiggas wird hauptsächlich bei der Förderung von Erdgas und Rohöl gewonnen beziehungsweise  bei der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Mineralöl in den Raffinerien. Daher spricht man bei Flüssiggas von einem fossilen Brennstoff – eigentlich ist der Brennstoff jedoch ein „künstliches“ Gemisch mehrerer Bestandteile

Was ist Flüssiggas dann genau? Planktonorganismen, welche vor Jahrmillionen die Meere bevölkerten, lagerten sich nach dem Absterben auf dem Meeresgrund in sauerstoffarmen Schichten ab. Hoher Druck und hohe Temperaturen wandelten das Biomaterial dann über die Zeit hinweg in Erdöl und Erdgas um. Werden diese Rohstoffe heute gefördert und weiterverarbeitet, entstehen die Bestandteile von Flüssiggas: Butan und Propan.  Dieses kommt als solches also gar nicht in der Natur vor. Zu den fossilen Brennstoffen zählt Flüssiggas lediglich, weil es aus  Erdgas und -öl gewonnen wird.

Die zur Herstellung verwendeten Bestandteile sind jedoch durch deren Verarbeitung so rein, dass Flüssiggas eines der reinsten und saubersten Produkte der Erdölraffination ist: Der Schwefelgehalt des Brennstoffes ist niedrig  und die Verbrennung ist nahezu rückstandsfrei. Flüssiggas hat einen hohen Brennwert und hinterlässt weniger CO² als andere Brennstoffe. 

Da er aus Butan und Propan gemischt wird, ist es möglich, den Brennstoff in dauerhaft gleichbleibender, DIN-genormter Qualität zu produzieren. Damit ist sichergestellt, dass das Flüssiggas immer hervorragende Energie- beziehungsweise Brennwerte vorweisen kann und dabei gleichzeitig umweltfreundlich verbrennt.

 Wird Flüssiggas als fossiler Brennstoff irgendwann knapp?

Auch wenn Flüssiggas ein fossiler Brennstoff ist, werden die Ressourcen in Zukunft nicht knapp. Bei der weiterhin notwendigen Erdöl- und Erdgasförderung, wird der Brennstoff automatisch gewonnen. Zusätzlich werden die Verarbeitungsprozesse für die Gewinnung von verflüssigtem Erdgas weiter optimiert. Hinzu kommt, dass Wissenschaft und Forschung den Energieträger Flüssiggas weiterentwickeln. Seit 2018 steht dem deutschen Markt biogenes Flüssiggas, auch Bio-LPG genannt, zur Verfügung. Hergestellt wird Bio-LPG aus Reststoffen, Abfällen sowie nachwachsenden Rohstoffen. All dies sind folglich Rohstoffe, die auch in Zukunft zur Verfügung stehen werden.

Die biologische Variante erreicht eine noch höhere CO2-Einsparung. Bio-LPG verbrennt ebenso feinstaub- und rußarm wie herkömmliches Flüssiggas. Da die chemische Zusammensetzung mit der von Bio-LPG identisch ist, können mit Flüssiggas betriebene Geräte problemlos auf Bio-LPG umgestellt werden. Wer von einer Ölheizung auf ein modernes System wie eine Gas-Brennwertheizung umstellt, setzt auf eine zukunftssichere Energie.

Die Gasheizung als umweltfreundliches Heizsystem mit Flüssiggas – Pro und Contra

Pro

Contra

Flüssiggasheizungen verursachen im Schnitt etwa 15 Prozent weniger CO² als Öl-Heizungen.

Erneuerbare Energien wie beispielsweise Windkraft und Solarenergie sind noch umweltfreundlicher.

Das Treibhauspotenzial der Flüssiggasbestandteile Propan und Butan ist deutlich niedriger als das von Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas.

Auch wenn die Flüssiggas Ressourcen mittelfristig nicht ausgehen werden, sind fossile Brennstoffe im Allgemeinen endlich.

Bei der Verbrennung von Flüssiggas entsteht so gut wie kein Feinstaub, weder in einer Flüssiggasheizung noch in den Motoren von Fahrzeugen.

Umweltfreundlichkeit hat ihren Preis: Die laufenden Kosten für ein Heizsystem mit Flüssiggas sind höher als bei den meisten anderen Heizungen. Moderne Brennwertheizungen werden aber teilweise staatlich gefördert.

Schadstoffbildende Komponenten wie Schwefel und seine diversen Verbindungen sind in Flüssiggas praktisch nicht vorhanden.

 

Neben dem geringen Schadstoffausstoß weist Flüssiggas eine umweltfreundliche, hohe Energieeffizienz auf.

 

Aber auch im Hinblick auf Kohlenwasserstoff, Giftstoffe und Feinstaub liegen die Emissionswerte unter den Werten von beispielsweise Heizöl.

 

Flüssiggas verbrennt ohne Ruß oder jegliche schädliche feste Rückstände.

 

Flüssiggas als umweltfreundlicher Energieträger für Wasserschutzgebiete

Flüssiggas darf aufgrund seiner Umweltfreundlichkeit selbst in Natur- und Wasserschutzgebieten verwendet werden. Wasserschutzgebiete sind wichtige Reservoire für die öffentliche Trinkwasserversorgung und daher wichtig für uns alle. Deshalb bestehen dort besonders strenge Auflagen beim Einsatz und der Lagerung der Heizenergie. Wer in einem Natur- und Wasserschutzgebiet wohnen möchte, muss sich daher mit erheblichen Auflagen auseinandersetzen und das ist auch gut so. Insbesondere bei der Lagerung flüssiger Brennstoffe sind die Auflagen sehr hoch. Es muss jedes Risiko ausgeschlossen werden, dass etwa Undichtigkeiten der Tanks oder Leitungen das Wasser verunreinigen. Bei Flüssiggas können diese Auflagen leicht erfüllt werden.  

Flüssiggas enthält kaum Schwefel oder Kohlendioxid und verbrennt ohne Rückstände. Es löst sich in Wasser nicht auf und kann auch nicht in den Boden eindringen. Zudem ist es aufgrund seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften nicht giftig. Diese Eigenschaften machen es ungefährlich für Erdreich oder Grundwasser.  Sogar unter den hohen Auflagen in Wasserschutzgebieten ist es ein idealer Energieträger. 

Flüssiggas in umweltfreundlicher Kombination mit Erneuerbaren Energien

Die Kombinationsmöglichkeiten von Flüssiggas mit erneuerbaren Energien sind vielseitig. Flüssiggasheizungen sind flexibel und lassen sie sich daher problemlos mit anderen Heiztechnologien kombinieren. Für ein hohes Maß an Umweltfreundlichkeit bietet sich besonders die Kombination mit Solarthermie, Photovoltaik, Blockheizkraftwerken oder Wärmepumpen an. Das wird auch vom Staat belohnt: Bei einem Umstieg auf Gasbrennwertgeräte, Mini-BHKW und der Nutzungskombination mit erneuerbaren Energien gibt es die Möglichkeit, staatliche Förderungen zu beantragen.

Ist Flüssiggas umweltfreundlich? Eine Bilanz.

Abschließend lässt sich zusammenfassen: Flüssiggas ist ein umweltfreundlicher, zukunftssicherer Energieträger. Bei Nutzung dieser Energie wird weniger CO2 ausgestoßen und es entstehen kaum andere schädliche Belastungen. Durch Weiterentwicklung des Energieträgers und besonders in Kombination mit erneuerbaren Energien sind Flüssiggasheizungen umweltfreundliche Heizsysteme mit Zukunft, auch in Naturschutzbereichen mit hohen Auflagen.